Galeazzo Ciano, Graf von Cortellazzo

    Aus Lexikon Drittes Reich

    italienischer Diplomat und Politiker

    geboren: 18. März 1903 in Livorno gestorben: 11. Januar 1944 in Verona


    1925 juristische Promotion und Eintritt in den diplomatischen Dienst. Ciano heiratete 1930 Edda Mussolini (*1913) und wurde von seinem Schwiegervater großzügig gefördert: 1933 Pressechef, 1934/35 Unterstaatssekretär, 1935 Propagandaminister und Mitglied des Faschistischen Großrats. Nach Kriegsdienst als Fliegeroffizier in Abessinien wurde Ciano am 9. 6. 36 zum Außenminister ernannt und vollstreckte zunächst loyal Mussolinis imperialistische Politik: Bildung der Achse mit Berlin, Intervention im Spanischen Bürgerkrieg, Besetzung Albaniens (1939) und Angriff auf Griechenland (Oktober 40). Erste Vorbehalte gegen die Verwicklung in die deutsche Kriegspolitik zeigten sich im August/September 39 und führten in der Folge zur Entfremdung von Mussolini. Im Februar 43 wurde Ciano daher abgelöst und als Botschafter zum Heiligen Stuhl entsandt. Er fand Kontakt zur innerfaschistischen Opposition und stimmte am 25. 7. 43 im Großrat für die Entmachtung des Duce. Von den Deutschen interniert und im November 43 an die Republik von Salò ausgeliefert, wurde Ciano von einem Sondertribunal zum Tod verurteilt und erschossen. Seine Tagebücher (1946 und 49 deutsch erschienen) sind eine bedeutende Geschichtsquelle für die faschistische Epoche.