Gaskammern

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Räume oder Gebäude, die im Rahmen des Euthanasie-Programms, bei der Endlösung der Judenfrage und zur Sonderbehandlung auch potentieller Gegner in gewissen Heil- und Pflegeanstalten, in den Vernichtungs- sowie zahlreichen Konzentrationslagern zur Tötung von Menschen mittels Gas um- oder gebaut wurden. Die Gaskammern waren zur Täuschung der Opfer häufig als Baderäume eingerichtet: An der Decke befanden sich Duschköpfe, zu denen teils tote, teils aber auch Leitungen führten, die der Gaszufuhr dienten. Die Wände waren gekachelt. Luftdichte Türen schlossen die Gaskammern ab. In den meisten Fällen bestand die Möglichkeit, den Vergasungsvorgang durch ein Guckloch in der Tür oder ein kleines Fenster an der Wand zu beobachten. Bei Tötungen mittels Kohlenmonoxyd aus Stahlflaschen wurde das Gas über ("Wasser"-) Leitungssystem und die Duschköpfe in die Kammern geführt; bei Verwendung von Motoren-Abgasen strömte das Gas über Rohre in die Vernichtungsräume und das Blausäurepräparat Zyklon B wurde durch Lücken in die Gaskammern geworfen, wo die Blausäure bei Luftberührung als Gas frei wurde.

    Gaskammern gab es in den Vernichtungslagern und KZ in den besetzten Ostgebieten (Auschwitz, Belzec, Sobibór, Treblinka, Maidanek), in den Euthanasie-Anstalten (Bernburg, Brandenburg, Grafeneck, Hadamar, Hartheim, Sonnenstein) und in einigen KZ im Reichsgebiet (Neuengamme, Natzweiler, Mauthausen, Ravensbrück, Sachsenhausen, Stutthof). Im Vernichtungslager Kulmhof wurden Gaswagen verwendet.