Geburtenregelung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (Geburtenkontrolle), Sammelbezeichnung für gezielte Maßnahmen zur Steuerung der Geburtenhäufigkeit, insbesondere durch Empfängnisverhütung. Geburtenregelung war, sofern nicht aus medizinischen Gründen angezeigt, in den Augen der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitiker "unsittlich, unmoralisch und widernatürlich", absichtliche Kinderlosigkeit galt als "völkischer Verrat". Der Wunsch nach Geburtenregelung entspringe einer "Minderung des biologischen Lebenswillens" und sei Ausdruck "innervölkischer Krisen", die von Marxismus und Liberalismus durch Überbewertung der individuellen Freiheiten geschürt würden. Selbst die äußerst kritische Haltung der katholischen Kirche (Geburtenregelung nur durch Nutzung der unfruchtbaren Tage der Frau erlaubt) wurde in der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik verworfen.