Gefolgschaft

    Aus Lexikon Drittes Reich

    in bewusstem Rückgriff auf germanische Grundsätze des Lehnswesens aus dem Führerprinzip abgeleitetes Autoritätsverhältnis zwischen Führer und Geführten, zugleich Bezeichnung für das Kollektiv der Letzteren. Das Gefolgschaftsprinzip galt für das ganze Volk in bezug auf Hitler und für die jeweiligen Gruppierungen der Partei oder ihrer Massenorganisationen in bezug auf den nächsthöheren Führer. Gefolgschaft, die auf der "natürlichen Ungleichheit der Menschen" beruhe, entspringe der Überzeugung, "dass jedes echte Führertum vom Schicksal gesandt" sei. Der Fürsorgepflicht des Führers sollte die Treuepflicht der Gefolgschaft entsprechen.

    Gefolgschaft im engeren Sinne bezeichnete im nationalsozialistischen Sprachgebrauch die Belegschaft eines Unternehmens im Sinne des Arbeitsordnungsgesetzes vom 20. 1. 34. An ihrer Spitze stand der Betriebsführer, die Arbeitnehmer hießen Gefolgschaftsmitglieder und bildeten die Betriebsgemeinschaft. Als Gefolgschaft wurde auch eine Untergliederung der HJ bezeichnet, die in der Regel drei Scharen mit insgesamt bis zu 250 Jungen umfasste, geführt von einem Gefolgschaftsführer; drei bis fünf Gefolgschaften bildeten einen Unterbann.