Gegenzeichnung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    nach Weimarer Verfassung vorgeschriebene Mitunterschrift des Reichskanzlers oder des betreffenden Fachministers auf allen Anordnungen und Verfügungen des Reichspräsidenten. Der Kanzler oder Minister übernahm damit die parlamentarische Verantwortung vor dem Reichstag. Da im Dritten Reich der Führerwille Grundlage der gesamten Staatstätigkeit war, verlor die Gegenzeichnung diese Funktion, wurde im Allgemeinen aber beibehalten, nun jedoch als Zeichen der Verantwortung des Ministers für Richtigkeit und Zweckmäßigkeit dem Staatschef ("Führer") gegenüber. Die Gültigkeit von Führerbefehlen und -erlassen war an eine Gegenzeichnung nicht mehr gebunden.