Genossenschaften

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Erwerbs- oder Wirtschafts-Kooperativen zur Bewältigung größerer Aufgaben und zum Ausgleich der Wettbewerbsvorteile von Großbetrieben. Das Genossenschaftswesen kam mit dem Selbsthilfe- und Treuhandprinzip den nationalsozialistischen Organisationsvorstellungen in der Wirtschaft entgegen. Die Konsumvereine jedoch als schwer überwachbare Arbeitergruppen wurden unter dem Vorwand "marxistischer" Beeinflussung bekämpft: Mit Gesetz über Verbrauchergenossenschaften vom 21. 5. 35 wurde die Auflösung ihrer Spareinrichtungen angeordnet, ihre Führung und Neugründung der Kontrolle des Reichswirtschaftsministeriums unterworfen. Während die landwirtschaftlichen Genossenschaften in den Reichsnährstand unter Beibehalt der rechtlichen Selbständigkeit eingegliedert wurden, fasste man die gewerblichen Genossenschaften im Rahmen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft zu den Reichsgruppen Banken, Handel und Handwerk zusammen, die wiederum in Fachgruppen (z. B. Fachgruppe Gewerbliche Kreditgenossenschaften) gegliedert waren (Anordnung des Reichs- und Preußischen Wirtschaftsministeriums vom 23. 10. 36).