Georg Kolbe

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Bildhauer

    geboren: 15. April 1877 in Waldheim, Sachsen gestorben: 20. November 1947 in Berlin


    Der von Rodin und naturalistischen Konzepten beeinflusste Kolbe wurde nach dem Ersten Weltkrieg mit überwiegend weiblichen, ausdrucksstarken Aktfiguren zum international angesehensten deutschen Bildhauer. Durch die klassische Proportionierung und Idealisierung des Körpers kam Kolbe aber dem nationalsozialistischen Kunstideal entgegen (Bildhauerkunst); er erhielt nach der Machtübernahme öffentliche Aufträge und Kunstpreise, sein Atelier wurde zum häufig besuchten Ziel von Kunstführungen nationalsozialistischer Volksbildungseinrichtungen. Im Verlauf der 30er Jahre passte Kolbe seine Arbeit den offiziellen Erwartungen an, seine Skulpturen verloren das Rhythmisch-Beschwingte, näherten sich den vorgegebenen nordisch-germanischen Idealfiguren, allerdings nicht in der übersteigerten Monumentalität von Breker oder Thorak.