Gerhard Ritter

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Historiker

    geboren: 6. April 1888 in Sooden an der Werra gestorben: 1. Juli 1967 in Freiburg im Breisgau


    1921 Privatdozent in Heidelberg, 1924 Professor in Hamburg, 1925-57 in Freiburg. Ritter war ein national-konservativer Wissenschaftler, dessen Geschichtsschreibung (u. a. "Luther", 1925) in der preußischen Tradition stand. Die patriotischen Töne der nationalsozialistischen Propaganda aber entlarvte er bald als Taktik und kritisierte in seinem berühmten Nachruf auf Hindenburg (1934), v. a. im Hinblick auf die Morde in der Röhm-Affäre, die fehlende ethische Bindung der Machtpolitik Hitlers. Nach dem Krieg erschienen Ritters Gedanken dazu unter dem Titel "Vom sittlichen Problem der Macht" (1948). Darin verarbeitete er auch seine Erfahrungen aus dem Widerstand, der ihm, dem Mittelpunkt des so genannten Freiburger Kreises konservativer Gegner des Nationalsozialismus, wegen Verbindung zu Goerdeler 1944/45 mehrere Monate Haft eingebracht hatte. Weitere Forschungen dazu ergaben 1958 die Schrift "Goerdeler und die deutsche Widerstandsbewegung".