Gerhard Wagner

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Mediziner

    geboren: 18. August 1888 Neu-Heiduk (Oberschlesien) gestorben: 25. März 1939 München


    Studium in München, im Ersten Weltkrieg als Sanitätsoffizier hoch dekoriert (EK I), danach in den Freikorps Epp und Oberland, Allgemeinpraktiker in München 1919 und ab 1924, 1929 NSDAP-Beitritt. Wagner gründete zusammen mit Conti u. a. 1929 den Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebund und übernahm 1932 dessen Leitung, 1933 wurde er zum Reichsärzteführer ernannt. Er unterstützte 1935 die Nürnberger Gesetze und befürwortete Möglichkeiten zur Zwangssterilisation von Juden und Behinderten. In Wagners Konzept der Volksgesundheit – sein Ressort in der Reichsleitung der NSDAP – war auch für Geisteskranke kein Platz. Er forderte daher, unterstützt von Heß, seinem Förderer und Patienten, schon früh ein Euthanasie-Programm.