Gesundheitspass

    Aus Lexikon Drittes Reich

    vom NSDAP-Hauptamt für Volksgesundheit 1937 geschaffenes Instrument der nationalsozialistischen Gesundheitspolitik. Der Gesundheitspass sollte im Sinne der Leistungsmedizin für alle "Schaffenden" obligatorisch werden und ärztliche Befunde, therapeutische Maßnahmen (u. a. Teilnahme an "gesundheitsfördernden KdF-Reisen") sowie einschlägige Kontaktadressen "von der Geburt bis ins Greisenalter" erfassen. Er sollte bei der Arbeit und bei Arztbesuchen stets mitgeführt werden und dem Missbrauch sozialer Einrichtungen vorbeugen. Eine lückenlose Einführung des Gesundheitspasses gelang nicht wegen des Nebeneinanders von staatlichen und parteiamtlichen Kompetenzen und wurde im Krieg auch nicht mehr konsequent verfolgt.