Gesundheitspolitik

    Aus Lexikon Drittes Reich

    im Dritten Reich gekennzeichnet durch die sozialbiologischen Forderungen der Aufartung (Ausmerze und Auslese) und durch die Forderungen der Leistungsmedizin. Gesundheitspolitik war gleichbedeutend mit der Gesundheitsführung des deutschen Volks. Die auch in der Gesundheitspolitik spürbare Zweigleisigkeit von staatlichen und parteiamtlichen Institutionen stand einem Erfolg häufig im Wege. Neben den durch das Gesetz über die Vereinheitlichung des Gesundheitswesens geschaffenen Gesundheitsämtern standen die dem Hauptamt für Volksgesundheit der NSDAP unterstellten Gauämter für Volksgesundheit. Erst 1939 wurden beide Bereiche zumindest an der Spitze durch die Ernennung von Conti zum Reichsgesundheitsführer zusammengeführt. Diese Einheit wurde jedoch 1942 wieder zerschlagen durch die Ernennung von K. Brandt zum Generalkommissar für das Sanitäts- und Gesundheitswesen, der Hitler persönlich unterstellt war und der im September 43 ermächtigt wurde, "zentral die Aufgaben und Interessen des gesamten Sanitäts- und Gesundheitswesens zusammenzufassen und weisungsgemäß zu steuern".


    Neben den Maßnahmen der Rassenhygiene waren für die Gesundheitspolitik besonders wichtig: das Hilfswerk Mutter und Kind, die Einrichtung der Jugendärzte zur Gesundheitsüberwachung in der HJ, die allerdings erst 1940 gegen die Schulärzte durchgesetzt werden konnte, die Tuberkulose-Fürsorge, der Einsatz der Betriebsärzte zur Überwachung von Gesundheit und Arbeitsmoral in den Betrieben.