Giselher Wirsing

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Publizist

    geboren: 15. April 1907 Schweinfurt gestorben: 23. September 1975 Stuttgart


    Wirsing gehörte als außenpolitischer Redakteur zu den führenden Köpfen des um Zehrer gescharten Tatkreises. Parallel zum Nationalsozialismus entwickelte er noch vor 1933 ein expansionistisches Eroberungsprogramm mit antikapitalistischen Zügen ("Zwischeneuropa und die deutsche Zukunft", 1932). Nach der Machtübernahme stellte sich Wirsing vorbehaltlos auf die Seite der Nationalsozialisten, trat 1933 der SS bei und arbeitete zeitweise als SS-Sturmbannführer im nationalsozialistischen Institut zur Erforschung der Judenfrage. Wirsing gehörte im Dritten Reich zu den Vertretern einer herausragenden, intellektuell anspruchsvolleren nationalsozialistischen Publizistik nicht zuletzt als Schriftleiter der Auslandsillustrierten "Signal" (1943-45). Eine in Reiseberichten, Artikelserien und außenpolitischen Veröffentlichungen wiederkehrende England und Amerika-Feindschaft führte Wirsing auch nach dem Krieg in mehreren Arbeiten über Entwicklungen in der Dritten Welt und als Chefredakteur der konservativen Wochenzeitung "Christ und Welt" (1954-70) weiter.