Glaube

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Für-wahr-Halten von - und Vertrauen auf - weder logisch noch sinnlich "beweisbare" transzendente Gegebenheiten, insbesondere Gott. Dieser religiöse Glaubensbegriff wurde vom Nationalsozialismus genutzt zur Weihe eigener ideologischer Positionen als Heilswahrheiten, denen man sich genauso vertrauend hingeben könne wie ihrem Verkünder (Führerkult). In diesem Zusammenhang sprach die Propaganda auch gern von "blindem Glauben", fraglosem Gehorsam, und legitimierte die Forderung danach durch weitere sakrale Anleihen wie "Glaube an das Evangelium seiner (Hitlers) Lehre" (Goebbels) oder "Dreieinigkeit des Blutes, des Glaubens und des Staates" (Feder). Die Machtergreifung 1933 wurde folgerichtig auf einem Reichsparteitag mit dem Titel "Sieg des Glaubens" gefeiert. Die Instrumentalisierung des Glaubensbegriffs diente zugleich der Tarnung antikirchlicher und antichristlicher Ziele und sollte den Nationalsozialismus als religiös fundierte Bewegung ausweisen.