Gottfried Reinhold Treviranus

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 20. März 1891 in Schiederl, Lippe gestorben: 7. Juni 1971 in der Nähe von Florenz


    Marine-Offizier, nach dem Ersten Weltkrieg Landwirtschaftsstudium, 1924 DNVP-Mitglied. Treviranus schied 1929 aus seiner Partei aus, weil er ihren Kampf gegen den Youngplan missbilligte, und gründete die Volkskonservative Vereinigung. Obgleich bei den Reichstagswahlen 1930 auf den Rang einer Splittergruppe verwiesen, holte Brüning Treviranus in sein Kabinett als Minister für die besetzten Gebiete und Reichskommissar zur Durchführung des Osthilfe-Programms. Treviranus zählte zu den engsten Mitarbeitern des Kanzlers, dem er auch persönlich nahe stand, und wurde in dessen 2. Kabinett Verkehrsminister. Mit Brüning verließ er 1932 die politische Bühne und stand wie er auf der "Abschussliste" der Nationalsozialisten. Nur mit knapper Not entging er bei der so genannten Röhm-Affäre (30. 6. 34) den Häschern Görings, floh nach Großbritannien und von dort in die USA. 1949 kehrte er nach Deutschland zurück. Memoiren: "Das Ende von Weimar" (1968).