Gottlob Berger

    Aus Lexikon Drittes Reich

    SS-Obergruppenführer (1940)

    geboren: 16. Juli 1896 Gorstetten gestorben: 5. Januar 1975 Stuttgart


    im Ersten Weltkrieg Leutnant, danach Turnlehrer, NSDAP- und SA-Beitritt. Berger verließ nach internem Streit im Frühjahr 33 die SA, wandte sich nach der Röhm-Affäre der SS zu, wurde 1938 Chef des Ergänzungsamts im SS-Hauptamt und als solcher zum eigentlichen Begründer der Waffen-SS. Da die SS-Truppe zunächst nicht auf Wehrpflichtige zurückgreifen konnte, rekrutierte Berger Ersatz bei den Volksdeutschen und entwickelte später die Idee der Freiwilligenverbände aus besetzten west- und nordeuropäischen Ländern. Seine Vision eines "germanischen Heeres" scheiterte allerdings an dem letztlich nationalistischen Konzept Hitlers. Als loyaler Himmler-Mitarbeiter wurde Berger am 15. 8. 40 Leiter des SS-Hauptamtes, führte seit Juli 42 als Staatssekretär faktisch Rosenbergs Ministerium für die besetzten Ostgebiete und zeichnete sich durch überhartes Durchgreifen als Befehlshaber bei der Niederschlagung eines Aufstandes in der Slowakei im September 44 aus. Am 1. 10. 44 wurde Berger auch das Kriegsgefangenenwesen unterstellt; die dort herrschenden verheerenden Missstände vermochte er bei sich rapide verschlechternder Gesamtlage nicht abzubauen und wurde insbesondere deswegen 1949 in Nürnberg zu 25 Jahren Haft verurteilt. Nach Milderung des Strafmaßes auf zehn Jahre am 31. 1. 51 wurde Berger noch im selben Jahr freigelassen.