Gustav Adolf Scheel

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 22. November 1907 Rosenberg (Bayern) gestorben: 23. März 1979


    1930 NSDAP-Beitritt, 1931 von der nationalsozialistischen Mehrheit zum Vorsitzenden der Heidelberger Studentenschaft gewählt und in dieser Funktion 1933 maßgeblich beteiligt an der "Reinigung" der Heidelberger Universität von "jüdischen, pazifistischen und marxistischen Elementen". Als Dank für seinen Aktivismus erhielt Scheel am 6. 11. 36 die Ernennung zum Reichsstudentenführer. Der promovierte Mediziner war zugleich Inspekteur der Sicherheitspolizei und des SD in Stuttgart und als solcher einer der Antreiber bei der Kristallnacht 1938 ("Für Hemmungen habe ich kein Verständnis!"). Am 27. 11. 41 wurde Scheel Gauleiter und Reichsstatthalter in Salzburg, Ende Juni 44 zudem Reichsdozentenführer und war am 29. 4. 45 noch für die Nachfolge Rusts als Reichsminister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung vorgesehen. Nach dem Krieg als Arzt tätig, wurde Scheel in einem Spruchkammerverfahren als "Belasteter" eingestuft, zu fünf Jahren Arbeitslager und teilweisem Vermögenseinzug verurteilt. Wegen Mitarbeit in verbotenen rechtsextremistischen Organisationen geriet er später noch einmal auf die Anklagebank, wurde aber freigesprochen.