Gustav Bauer

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 6. Januar 1870 in Darkehmen gestorben: 16. September 1944 in Berlin


    Bürogehilfe; 1903 im Zentralsekretariat der Freien Gewerkschaften, 1912 SPD-MdR, 1918 Reichsarbeitsminister. Bauer bildete im Juni 19 als Reichskanzler das Kabinett, das den Versailler Vertrag unterschrieb, und wurde damit für die Rechten zum Inbegriff des Erfüllungspolitikers und zur Zielscheibe ihrer antirepublikanischen Propaganda. Nach dem Kapp-Putsch zurückgetreten, war Bauer bis 1922 noch mehrfach Ressortminister. 1925 geriet er in den Strudel des Barmat-Skandals, wurde aus der SPD ausgeschlossen und legte 1928 sein Reichstagsmandat nieder. Trotz baldiger Rehabilitierung blieb Bauer der Politik fern.