Gustav Hertz

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Physiker

    geboren: 22. Juli 1887 in Hamburg gestorben: 30. Oktober 1975 in Berlin


    1925 Professor in Halle, 1928 an der Technischen Hochschule in Berlin. Hertz widmete sich v. a. Fragen der Atomphysik und erhielt für seine Forschungen über die Anregung von Atomen durch Elektronenstoß 1925 zusammen mit J. Franck (1882-1964) den Nobelpreis. Seine Methoden zur Isotopentrennung, die er ab 1932 entwickelte, erlangten erhebliche Bedeutung für die Entwicklung der Atombombe. Da Hertz keine Loyalitätserklärung für Hitler unterschrieb, musste er 1934 seine Stelle als Leiter des Physikalischen Instituts an der TU Berlin aufgeben, blieb aber als Halbjude ansonsten von Pressionen verschont und arbeitete als Leiter eines Siemens-Forschungslabors weiter in der Atomforschung. Nach 1945 wurde Hertz mit anderen Naturwissenschaftlern in die Sowjetunion nach Suchumi gebracht, wo er seine im Dritten Reich gewonnenen Erfahrungen in die kriegstechnologische Forschung einbringen sollte. Erst 1954 konnte er zurückkehren und in Leipzig eine Professur und die Leitung des Physikalischen Instituts übernehmen.