Gustav Noske

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 9. Juli 1868 in Brandenburg gestorben: 30. November 1946 in Hannover


    1897 Redakteur der sozialdemokratischen "Königsberger Volkstribüne", ab 1902 Leiter der "Volksstimme" in Chemnitz, 1906-18 Mitglied des Reichstags für die SPD. Im Ersten Weltkrieg war Noske Kriegsberichterstatter. Im November 18 wurde er Gouverneur von Kiel und ("Einer muss ja der Bluthund werden") bekämpfte den revolutionären Aufstand der Marine. Ab dem 29. 12. 18 saß Noske im Rat der Volksbeauftragten. Als Oberbefehlshaber der regierungstreuen Truppen schlug er den Berliner Spartakusaufstand im Januar 19 blutig nieder, was ihm harte Kritik aus der Arbeiterschaft einbrachte. Im Februar 19 wurde Noske Reichswehrminister, musste aber nach dem Kapp-Putsch auf Druck von Legien und Wels von seinem Amt zurücktreten. 1920-33 war er Oberpräsident von Hannover, bis ihn die Nationalsozialisten absetzten. Noske hatte im Dritten Reich Kontakt zu Widerstandsgruppen um Leuschner, wurde 1939 zum ersten Mal und nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler vom Zwanzigsten Juli 44 erneut verhaftet. Zwar wurde Noske wegen Hochverrats angeklagt, doch kam es bis zum Kriegsende nicht zu einem Prozess.