Gustav Wagner

    Aus Lexikon Drittes Reich

    SS-Sturmscharführer (September 43)

    geboren: 18. Juli 1911 Wien gestorben: 15. Oktober 1980 Itatiaya (Sao Paulo) (Selbstmord)


    1931 Beitritt zur österreichischen NSDAP, nach Verhaftung wegen verbotener nationalsozialistischer Agitation nach Deutschland entkommen, SA- und später SS-Eintritt. Wagner tat ab Mai 40 in der Tötungsanstalt Hartheim bei Linz Dienst im Rahmen der Euthanasie-Aktion und wurde wegen seiner dortigen Erfahrungen im März 42 zum Aufbau des Vernichtungslagers Sobibór abkommandiert. Nach Fertigstellung der Tötungsanlagen wurde Wagner stellvertretender Kommandant des Lagers und führte verantwortlich die Selektionen der Häftlinge durch. Überlebende schilderten ihn als kalten Sadisten. Nach dem Aufstand der Häftlinge vom 14. 10. 43 erhielt Wagner den Auftrag zur Schließung des Lagers und wurde nach Italien versetzt, wo er an Judendeportationen mitwirkte. Nach Kriegsende gelang ihm die Flucht aus einem amerikanischen Gefangenenlager. Zusammen mit Stangl setzte er sich nach Italien ab und gelangte mit kirchlicher Hilfe über Syrien nach Brasilien. Dort lebte Wagner unbehelligt bis zu seiner Verhaftung am 30. 5. 78. Auslieferungsanträge aus Israel, Österreich und der Bundesrepublik wurden abgelehnt und Wagner wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.