Halbjude

    Aus Lexikon Drittes Reich

    rassische Einstufung nach den Nürnberger Gesetzen (nebst Folgeverordnungen), in denen unterschieden wurde zwischen Deutschblütigen und "jüdischen Mischlingen 2. Grades" = Vierteljuden, bei denen ein Großelternteil jüdischer Abstammung war, und "Mischlingen 1. Grades" = Halbjuden mit zwei jüdischen Großelternteilen. Als Volljude galt, wer mindestens drei Juden zu Großeltern hatte. Die Halbjuden wurden als nur bedingt "wehrwürdig" eingestuft und konnten z. T. nur als "Ersatzreserve II" oder bei der Landwehr dienen. Halbjüdische Kinder durften seit 1941 keine höheren, Mittel- und Hauptschulen mehr besuchen. Nach den Beschlüssen der Wannseekonferenz vom 20. 2. 42 sollten die Halbjuden "im Hinblick auf die Endlösung der Judenfrage den Juden gleichgestellt" werden, was aber nur in beschränktem Maß umgesetzt wurde.