Hanns Lilje

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher evangelischer Theologe

    geboren: 20. August 1899 in Hannover gestorben: 6. Januar 1977 in Hannover


    1927 Generalsekretär der Deutschen Christlichen Studentenvereinigung, 1932 Vizepräsident des Christlichen Studentenweltbunds, 1935 Generalsekretär des Lutherischen Weltkonvents. Lilje schloss sich 1933 den Jungreformatoren an, war Herausgeber der Zeitschrift "Junge Kirche" und stand entschieden auf Seiten der Bekennenden Kirche, bei deren Spaltung er am 18. 3. 36 als " Gemäßigter" in den "Rat der Evangelisch-Lutherischen Kirche" gewählt wurde. Wegen seiner internationalen ökumenischen Verbindungen beargwöhnt, erhielt Lilje, seit 1933 Pfarrer in Berlin, mehrfach Predigtverbot, wurde nach dem Attentat vom 20. 7. 44 verhaftet und zu Freiheitsstrafe verurteilt. Nach dem Krieg war er maßgeblich am Neuaufbau der Evangelischen Kirche in Deutschland beteiligt, Mitbegründer des Lutherischen Weltbunds (1947) und 1952-57 dessen Präsident, 1947-71 Landesbischof von Hannover und ab 1950 Abt von Loccum. Unter seinen zahlreichen Publikationen berichtet u. a. "Im finsteren Tal" (1947) von der Zeit in Gestapo-Haft.