Hans Baumann

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller, Komponist

    geboren: 22. April 1914 Amberg/Oberpfalz gestorben: 1988


    Lehrerausbildung, 1934 von Schirach in die Reichsjugendführung berufen; besang als einer der populärsten HJ-Poeten "ewig-germanisches Wesen", Natur, Bauern- und Muttertum, den "Geist der Frontkameradschaft" ("Es zittern die morschen Knochen"); sein Nibelungendrama "Rüdiger von Bechelaren" (1939) galt zeitgenössischen Kritikern als das Hohelied "deutscher Wehrbereitschaft" und "ideales Freilichtspiel"; volksliedartige Natur- und Wanderlieder Baumanns werden bis heute gesungen ("Gute Nacht, Kameraden", "Von allen blauen Hügeln"). Zurückgekehrt aus sowjetischer Gefangenschaft, gehörte Baumann zu den wichtigsten Autoren für den Neubeginn der westdeutschen Kinder- und Jugendliteratur, setzte sich in z. T. preisgekrönten Abenteuer- und Sacherzählungen mit der Vergangenheit auseinander, vertrat humanistische Ideale ("Der Sohn des Columbus", 1951; "Ich zog mit Hannibal", 1960 u. a.) und übersetzte - auch als Wiedergutmachung begriffen - zahlreiche russische Dichter.