Hans Carossa

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller

    geboren: 15. Dezember 1878 in Bad Tölz gestorben: 12. September 1956 in Rittsteig bei Passau


    gehörte in der Weimarer Zeit mit autobiographisch geprägter Lyrik und Prosa zu den beliebtesten Autoren des Bürgertums. Carossas von katholischem Humanismus beeinflusste Werke betonen formale Eleganz, sind tradierten, klassischen Erzählweisen verpflichtet. Wegen seiner Ablehnung der literarischen Avantgarde und seiner Popularität versuchten die Nationalsozialisten, ihn in das offizielle Kulturleben zu integrieren (Goethepreis 1938). Carossa lehnte 1933 die Wahl in die Preußische Dichterakademie ab, ließ sich aber 1941, widerstrebend, zum Präsidenten eines faschistischen Europäischen Schriftstellerverbands machen. Carossas Bücher spiegeln nach 1933 den Rückzug in die "innere Emigration", die Ohnmacht gegenüber dem nationalsozialistischen "Ungeist" und wurden nach 1945 im Ausland als Ausdruck des "anderen" Deutschlands geschätzt. Seine Erfahrungen und Probleme mit dem Dritten Reich verarbeitete Carossa erzählerisch in "Ungleiche Welten" (1951).