Hans Friedrich Karl Günther

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Anthropologe

    geboren: 16. Februar 1891 Freiburg im Breisgau gestorben: 25. September 1968 ebd.


    Mit seiner äußerst erfolgreichen "Rassenkunde des deutschen Volkes" (1922, bis 1943 insgesamt 270 000 Exemplare) knüpfte Günther an die Theorien von Gobineau und H. S. Chamberlain an: Reine Rassen gäbe es zwar nicht mehr, doch könne durch Vermeidung weiterer Mischung, insbesondere mit den "zerstörerischen" jüdischen Elementen, und konsequente Aufnordung das deutsche Volk wieder dem Idealtypus des nordischen Ariers angenähert werden. Günther lieferte damit die ideale theoretische Fundierung des nationalsozialistischen Rassismus und wurde schon 1930 vom thüringischen Innenminister Frick als Professor nach Jena berufen. Nach der Machtergreifung wechselte er nach Berlin, wurde Direktor der Anstalt für Rassenkunde, Völkerbiologie und ländliche Soziologie und übernahm 1940 einen Lehrstuhl in Freiburg. Für den Ausbau seiner Theorie über die Zusammenhänge zwischen Rasse und Charakter und damit der Kultur (u. a. "Führeradel durch Sippenpflege", 1936) erhielt Günther, als "Rasse-Günther" ein Begriff, zahlreiche Ehrungen, darunter 1935 den Preis der NSDAP für Wissenschaft und 1941 die Goethe-Medaille. Nach dem Krieg hielt er an seinen Konstruktionen fest und ließ einige ältere Titel neu erscheinen, z. B. 1963 das 1934 publizierte Buch "Frömmigkeit nordischer Artung".