Hans Fritzsche

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Journalist

    geboren: 21. April 1900 Bochum gestorben: 27. September 1953 Köln


    Studium der Geschichte und der Philosophie; 1923 Mitglied der Deutsch-Nationalen Volkspartei, Redakteur bei einem Presse-Nachrichtendienst. 1932 wurde Fritzsche Leiter des Drahtlosen Diensts der zentralen Nachrichtenredaktion des Deutschen Rundfunks. Als der Drahtlose Dienst am 1. 5. 33 dem Propagandaministerium unterstellt wurde, bekam Fritzsche die Leitung des Nachrichtenwesens in der Presseabteilung des Propagandaministeriums übertragen, am gleichen Tag trat er in die NSDAP ein. Fortan mussten sämtliche Nachrichten von Fritzsches Dienststelle genehmigt werden, er kontrollierte die Veröffentlichungen der deutschen Presse genauso wie den Informationsfluss ins Ausland. Seit 1938 war Fritzsche Leiter der Abteilung Deutsche Presse, im November 42, inzwischen zum Ministerialdirektor ernannt, übernahm er die Rundfunkabteilung des Propagandaministeriums. Allgemein bekannt wurde er durch seine linientreuen, vordergründig sachlichen Rundfunkkommentare "Hier spricht Hans Fritzsche" (seit 1937), die gegen Kriegsende ganz im Dienst der Goebbelschen Durchhaltepropaganda standen. Anfang Mai 45 war Fritzsche nach Flucht oder Selbstmord der politischen Führung als einer der ranghöchsten Regierungsbeamten an den Kapitulationsverhandlungen in Berlin beteiligt, identifizierte die Leichen von Goebbels und seiner Familie für die Sowjets, die ihn dann in Moskau inhaftierten. Im Nürnberger Prozess wurde Fritzsche freigesprochen, 1947 vom Entnazifizierungsgericht zu neun Jahren Arbeitslager verurteilt, jedoch bereits am 29. 9. 50 entlassen.