Hans Globke

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Jurist und Politiker

    geboren: 10. September 1898 in Düsseldorf gestorben: 13. Februar 1973 in Bonn


    Verwaltungsbeamter. Vor 1933 gehörte Globke zur Zentrumspartei, war stellvertretender Polizeipräsident in Aachen und seit 1929 Ministerialrat im preußischen und im Reichsinnenministerium. Bekannt wurde er dadurch, dass er zusammen mit seinem Vorgesetzten Stuckart einen Kommentar zu den Nürnberger Gesetzen verfasste. Während Globke das Verbot des außerehelichen Geschlechtsverkehrs zwischen Juden und Deutschen auf sexuelle Handlungen im engeren Sinn beschränkte und "Küsse, Umarmungen und unzüchtige Berührungen" als nicht unter das Verbot fallend darstellte, legte er das Blutschutzgesetz enger aus als die Rechtsprechung und andere Kommentatoren. Jedoch diskriminierte er in der Kommentierung nicht nur rechtlich verbotene, sondern auch polizeilich unerwünschte Beziehungen zwischen Personen "mit jüdischem Bluteinschlag und deutschblütigen Personen". Bis zuletzt war Globke an der Schaffung der Rechtsgrundlagen für die Judenverfolgung beteiligt. Persönlich zeichnete er 1944 einen Erlass, der den Übergang des Vermögens verstorbener (und ermordeter) Juden auf das Reich regelte. Nach 1945 zunächst als Angehöriger der nationalsozialistischen Führungsschicht verhaftet, wurde Globke später als "Mitläufer" eingestuft und konnte - nun CDU-Mitglied - seine Beamtenlaufbahn fortsetzen. Diese beendete er als Staatssekretär (1953-63) Adenauers im Bundeskanzleramt.