Hans Kelsen

    Aus Lexikon Drittes Reich

    österreichischer Jurist

    geboren: 11. Oktober 1881 Prag gestorben: 19. April 1973 Berkeley (Kalifornien)


    1919-30 Professor für Staatsrechtslehre und Rechtsphilosophie in Wien ("Wiener Schule"), Mitarbeit an der österreichischen Bundesverfassung (1920), 1930-33 Professor in Köln, 1933-40 in Genf (1936-38 zugleich in Prag). Verfolgt als Jude, hatte Kelsen Deutschland 1933 verlassen und wich 1940 weiter in die USA aus (1945 amerikanischer Staatsbürger). Seine "Reine Rechtslehre" (1934), die Norm-Setzungen unabhängig von soziologischen und politischen Gegebenheiten forderte, wurde von den Nationalsozialisten als "typischer Ausdruck jüdisch zersetzenden Geistes" bezeichnet und als "gemeinschaftszerstörend" bekämpft.