Hans Luther

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 10. März 1879 in Berlin gestorben: 11. Mai 1962 in Düsseldorf


    Studium der Rechte, 1913-18 Geschäftsführer des Deutschen Städtetags, 1918-22 Oberbürgermeister von Essen, 1922/23 Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, 1923-25 Reichsfinanzministerium. Im Januar 25 wurde Luther parteiloser (erst 1926 DVP-Beitritt) Reichskanzler einer bürgerlichen Rechtskoalition und unterzeichnete zusammen mit Stresemann die Verträge von Locarno. Nach Kabinettsumbildung musste Luther im Mai 26 wegen des Flaggenerlasses (Beflaggung der deutschen Konsulate neben der schwarz-rot-gelben auch mit der schwarz-weiß-roten Handelsflagge) zurücktreten. 1930-33 war er Reichsbankpräsident, wurde von Hitler zum Rücktritt gezwungen und ging 1933-37 als deutscher Botschafter nach Washington. Nach 1945 arbeitete Luther u. a. als Berater für Fragen des wirtschaftlichen Wiederaufbaus.