Hans Oster

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher General

    geboren: 9. August 1888 in Dresden gestorben: 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg


    im Ersten Weltkrieg Generalstabsoffizier, in der Reichswehr verschiedene Kommandos, 1932 Abschied aus privaten Gründen, 1933 Reaktivierung in der Abwehr des Reichswehrministeriums (später OKW) und 1939 Leiter von deren Zentralabteilung. Der elegante und wendige Oster, der spätestens seit der Ermordung seines einstigen Chefs Schleicher bei der so genannten Röhm-Affäre (30. 6. 34) erbitterter Gegner des Nationalsozialismus war, freundete sich mit L. Beck an und wurde zur Seele des militärischen Widerstands. Nach Scheitern der Putschpläne während der Sudetenkrise und Beginn des Kriegs griff Oster sogar zu direktem Verrat nach seiner Devise: "Der Berufssoldat sollte der überzeugteste Pazifist sein, denn er kennt den Krieg. " Seine Hinweise auf deutsche Angriffsabsichten im Westen an den holländischen Militärattaché Sas hatten aber nicht den gewünschten Erfolg. Oster zog jetzt auch das zunächst abgelehnte Attentat auf Hitler in Betracht und beschaffte für verschiedene Versuche Sprengstoff. Zugleich bemühte er sich, gedeckt von Abwehrchef Canaris, Verfolgten zu helfen, und organisierte u. a. das Unternehmen "V7". Versuche, seinen verhafteten Mitarbeiter Dohnanyi zu schützen, brachten ihn selbst in Verdacht und führten am 31. 3. 44 zur Entlassung und Gestapo-Aufsicht. Von den Verschwörern des 20. 7. 44 als Präsident des Reichskriegsgerichts vorgesehen, wurde er nach Fehlschlag des Staatsstreichs am 21. 7. verhaftet und nach Standgericht kurz vor Einmarsch der Amerikaner im KZ zusammen mit Canaris, Bonhoeffer u. a. gehängt.