Hans Pfitzner

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Komponist

    geboren: 5. Mai 1869 in Moskau gestorben: 22. Mai 1949 in Salzburg


    1894-96 Theaterkapellmeister in Mainz, 1897-1907 Kompositionslehrer in Berlin, 1908-18 Städtischer Musik- und Operndirektor in Straßburg. 1930-34 lehrte Pfitzner an der Akademie der Tonkunst in München und arbeitete danach als Dirigent, Pianist und Opernregisseur. Seine Kompositionen sind besonders Richard Wagner und der deutschen Romantik verpflichtet, was sich in seinem Hauptwerk "Palestrina" (1917) am nachhaltigsten auswirkte. Nach dem Ersten Weltkrieg geriet Pfitzner zunehmend in den Sog nationaler Kreise, in denen er auch seine meisten Bewunderer fand. Er fühlte sich als Kämpfer für die Wahrung deutschen Kulturguts und sah sich darin als Erbe Wagners. Pfitzner wurde zum überzeugten Verfechter nationalsozialistischen Ideenguts. So beteiligte er sich an den kulturpropagandistischen Aktionen "Die Kunst dem Volke", in deren Rahmen er 1937 ein Konzert mit eigenen Kompositionen in einem Reichsbahnausbesserungswerk dirigierte. Der Nationalsozialismus schätzte an seiner Musik die "grunddeutsche" und "teils gedankenschwere, teils kindlich-gläubige" Stimmung.