Hans Scholl

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Widerstandskämpfer

    geboren: 22. September 1918 in Ingersheim, Württemberg gestorben: 22. Februar 1943 in München-Stadelheim


    HJ-Führer, wegen bündischer Jugendarbeit 1938 vorübergehend in Haft, Medizinstudium. Scholl entwickelte sich vom begeisterten Anhänger des Nationalsozialismus zum entschiedenen Feind. Maßgeblichen Anteil daran hatte seine katholische Erziehung, mit der seine Kriegserlebnisse und die Erkenntnis kollidierten, dass der Nationalsozialismus im Osten einen regelrechten Vernichtungsfeldzug gegen Juden und Slawen führte. Nach Sanitätsdienst in Frankreich und Studienaufenthalt an der Universität München war Scholl an die Ostfront versetzt worden, wo sein Entschluss zum Kampf gegen die Diktatur Hitlers reifte. Zu erneutem Studienaufenthalt im Herbst 42 zurückgekehrt, gründete Scholl zusammen mit seiner Schwester Sophie u. a. den Widerstandskreis der Weißen Rose und organisierte die Verteilung schon früher entworfener sowie neuer Flugblätter, die die nationalsozialistischen Verbrechen, deren wahres Ausmaß die Verfasser noch nicht einmal ahnten, brandmarkten und zum Sturz des nationalsozialistischen Regimes aufriefen. Bei einer neuen Flugblattaktion am 18. 2. 43 nach der Katastrophe von Stalingrad im Lichthof der Münchener Universität wurde Scholl mit seiner Schwester vom Pedell beobachtet und angezeigt. Schon am 22. 2. 43 erging das umgehend durch Enthaupten vollstreckte Todesurteil.