Hans von Dohnányi

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Jurist und Widerstandskämpfer

    geboren: 1. Januar 1902 in Wien gestorben: 9. April 1945 im Konzentrationslager Sachsenhausen


    seit 1929 im Reichsjustizministerium, von Mai 33 an als persönlicher Referent Gürtners. Nach vergeblichem juristischen Kampf gegen den einsetzenden KZ-Terror und die nationalsozialistische Zerstörung des Rechts entschloss sich Dohnányi zu aktivem Widerstand, baute eine Kartei der nationalsozialistischen Verbrechen auf, fand nach der Röhm-Affäre 1934 zum Goerdeler-Kreis und nach der Fritsch-Krise 1938 zum militärischen Widerstand Kontakt. Auf Druck Freislers ans Reichsgericht in Leipzig versetzt, vermittelte Beck Dohnányi zur Abwehr, wo er unter Oster das politische Referat leitete und eine reiche Informationssammlung anlegte. Sie fiel zusammen mit vielen Hinweisen auf Mitverschwörer der Gestapo in die Hände, als sie Dohnányi, der kurz zuvor noch mit Tresckow und Schlabrendorff vergeblich ein Attentat gegen Hitler organisiert hatte, am 5. 4. 43 verhaftete. Devisenmanipulationen eines Schweizer Kontaktmannes hatten die Fahnder auf Dohnányis Spur gebracht. Dennoch reichte das Material nicht zum Prozess gegen ihn. Wie sein Schwager D. Bonhoeffer starb er nach improvisiertem Standgericht im KZ am Galgen.