Hans von Tschammer und Osten

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 25. Oktober 1887 Dresden gestorben: 25. März 1943 Berlin


    Nachrichtenoffizier im Ersten Weltkrieg, nach dem Krieg zunächst landwirtschaftlich tätig auf dem Rittergut der Eltern, 1923-26 Führer des sächsischen Jungdeutschen Ordens, 1929 NSDAP-Mitglied, ab 5. 3. 33 MdR. Hitler berief Tschammer und Osten am 28. 4. 33 zum Reichssportkommissar mit dem Auftrag, den Sport gleichzuschalten, was Tschammer und Osten ohne wesentliche Widerstände gelang. Er übernahm am 14. 7. 33 die Führung des Deutschen Turnerbunds, wurde am 19. 7. 33 Reichssportführer und trat an die Spitze des Deutschen Reichsbunds für Leibesübungen, den er 1938 in den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen überführte. Tschammer und Osten überwachte als "Beauftragter für die gesamte körperliche Erziehung der deutschen Jugend" den innerparteilichen Sportbetrieb in HJ und SA (Leiter des Hauptamts Kampfspiele) und setzte auch in der Lehrerausbildung (Präsident der Reichsakademie für Leibesübungen) das nationalsozialistische Wehrsport-Konzept durch. Als Präsident des Deutschen Olympischen Ausschusses hatte Tschammer und Osten maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung der Olympischen Spiele in Berlin 1936. Danach widmete er sich der endgültigen Eliminierung jüdischer Sportler und der allgemeinen körperlichen Ertüchtigung des gesamten Volks über die Sektion Sport des DAF-Werks Kraft durch Freude, die er leitete.