Harzburger Front

    Aus Lexikon Drittes Reich

    am 11. 10. 31 in Bad Harzburg geschlossenes Bündnis zwischen NSDAP, DNVP, Stahlhelm, Alldeutschem Verband und den so genannten Vaterländischen Verbänden. Die Tagung, an der neben den Führern der genannten Parteien, Hitler, Hugenberg und Seldte, u. a. auch Schacht, Seeckt und andere Generäle der Reichswehr sowie Führer des Reichslandbunds teilnahmen, sollte nach dem Willen ihres Initiators Hugenberg die Geschlossenheit der "Nationalen Opposition" demonstrieren. Doch waren sich die Mitglieder der Harzburger Front nur einig in der Opposition gegen die Regierung Brüning und dem Kampf gegen die Republik, besaßen aber für diesen kein gemeinsames politisches Konzept: Die bürgerlichen Gruppen wollten den populären Hitler und die nationalsozialistische Massenbewegung als "Trommler" für ihre Ziele benutzen, während Hitler in dem Bündnis mit der Rechtsopposition nur ein Mittel sah, seine Reputation zu fördern und die Öffentlichkeit über seine wahren Ziele zu täuschen. Vor der Wahl zum Reichspräsidenten im Frühjahr 32 konnte sich die Harzburger Front auf keinen gemeinsamen Kandidaten einigen und zerbrach faktisch, auch wenn sie in der am 30. 1. 33 gebildeten Regierung Hitler für kurze Zeit scheinbar wieder auflebte (Machtergreifung).