Hauptschule

    Aus Lexikon Drittes Reich

    neben der Volksschule eine weitere Pflicht- und "Ausleseschule", die von 1941 an außerhalb des "Altreichs" in Anlehnung an die österreichische und sudetendeutsche Tradition eingerichtet wurde. Ihre Einführung auch im "Altreich", die bis 1943 in einigen Regionen erfolgte, stellte die erst im Dezember 39 erreichte Konsolidierung der Mittelschule nach preußischem Muster wieder in Frage. Die Gemeinden als Träger der Hauptschulen hätten dann auf das an den Mittelschulen entrichtete Schulgeld verzichten müssen. Nach der Änderung des Reichsschulpflichtgesetzes vom 16. 5. 41 konnten die Lehrer autoritativ über den Besuch der Hauptschule, die bis zu einem Drittel der Volksschüler aufnehmen sollte, entscheiden. Somit bahnten sich über die Einrichtung von Mittelpunktschulen auf dem Land größere Veränderungen im Schulsystem an.


    Der Lehrplan der Hauptschule stellte einen Kompromiss dar: Die ersten zwei Jahre sollten durch obligatorischen Englischunterricht noch den Übergang zu höheren Schulen ermöglichen, doch sollte die insgesamt vierjährige Ausbildung vor allem praktischen Bedürfnissen Rechnung tragen und eine "nationalsozialistische Berufshaltung" vorbereiten, die sich an einer "germanisch-deutschen Wertordnung" orientierte. Die von der Parteikanzlei entwickelten Bestimmungen sahen "Führungsaufgaben" für Schüler in Arbeitsgruppen vor, weil man erwartete, dass die Schüler "neben ihrer Berufsarbeit sehr häufig politische Aufgaben" übernehmen würden. Nicht von den alliierten Militärregierungen, sondern von deutscher Seite wurde die Hauptschule nach dem Krieg abgeschafft.