Helmut Käutner

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Regisseur

    geboren: 25. März 1908 in Düsseldorf gestorben: 20. April 1980 in Castellina


    Nach Theater und Kabarett begann Käutner 1939 als Regisseur und Drehbuchautor mit anspruchsvollen Unterhaltungsfilmen, wehmütigen Liebesgeschichten und Komödien, die beim deutschen Publikum und im Ausland Anerkennung fanden, vom Propagandaministerium zum Teil aber als "dekadent" eingestuft wurden (Käutners erster Film "Kitty und die Weltkonferenz" wurde verboten). Durch die Abgrenzung zur offiziellen Ideologie und den Rückzug in eine Sphäre privater, allgemein menschlicher Probleme gehören Käutners Filme zu den bedeutendsten Beispielen "innerer Emigration" in diesem Medium; seine beiden letzten im Dritten Reich gedrehten Filme konnten erst nach Kriegsende aufgeführt werden: "Große Freiheit Nr. 7" (1944, mit Hans Albers) und "Unter den Brücken" (1945), dessen Innigkeit zwar zur Ablenkung vom Kriegselend geeignet erschien, dem aber die nötige "kämpferische Haltung" fehlte und der daher als "Verherrlichung des Privatlebens" kritisiert wurde. Nach 1945 fand Käutner bei der Filmkritik Anerkennung durch Arbeiten, die "das Lebensgefühl der unmittelbaren Nachkriegsjahre auf die Leinwand" brachten, Publikumserfolge stellten sich aber erst in den 50er Jahren mit anspruchsloserer Unterhaltung ein ("Der Hauptmann von Köpenick", 1956, u. a.).