Helmut Knochen

    Aus Lexikon Drittes Reich

    SS-Standartenführer

    geboren: 14. März 1910 Magdeburg


    Studium der englischen und deutschen Philologie; 1932 NSDAP-Beitritt, 1936 zum SD. Knochen war Ende 39 maßgeblich am Venlo-Zwischenfall beteiligt und wurde nach dem Frankreichfeldzug mit sicherheitspolizeilichen Aufgaben (Überwachung von Juden, Emigranten u.a.) im besetzten Gebiet beauftragt. Unter dem Höheren SS- und Polizeiführer Oberg war Knochen seit 1942 Chef des SD und der Sicherheitspolizei in Frankreich, die er so unbekümmert um Befehle aus Berlin einsetzte, dass ihn Kaltenbrunner am 18. 8. 44 seines Postens enthob und zur Waffen-SS versetzte. Ein britisches Gericht verurteilte Knochen wegen Erschießung abgesprungener englischer Flieger im Juni 46 zu lebenslanger Haft, lieferte ihn aber an Frankreich aus, wo er am 9. 10. 54 zum Tod verurteilt wurde. Die Strafe wurde am 10. 4. 58 in lebenslänglich, am 31. 12. 59 in 20 Jahre Zwangsarbeit umgewandelt und durch Gnadenerlass im Dezember 62 ganz aufgehoben. Knochen kehrte nach Deutschland zurück.