Helmuth James Graf von Moltke

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Jurist und Widerstandskämpfer

    geboren: 11. März 1907 in Kreisau, Schlesien (heute: Krzyzowa) gestorben: 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee


    nach dem Studium zeitweise Rechtsanwalt in Berlin, sonst landwirtschaftlich auf seinem Gut tätig. Um Moltke, der 1939-44 als Sachverständiger für Kriegs- und Völkerrecht beim OKW arbeitete, sammelte sich der so genannte Kreisauer Kreis. Sein Widerstand bestand in Diskussionen über ein mögliches Nach-Hitler-Deutschland, in die Moltke seine Überzeugungen von christlicher Verankerung eines solchen Gemeinwesens einbrachte. Dass ihn dabei nicht wie Goerdeler restaurative Absichten leiteten, sondern eine moralische und demokratische Erneuerung, bewies er durch die starke Beteiligung von Gewerkschaftlern wie Leuschner oder Sozialisten wie Leber an den Diskussionen. Moltke, der durch die Zusammenarbeit mit Canaris auch mit dem militärischen Widerstand Verbindung hatte, lehnte aus seiner christlichen Grundhaltung ein Attentat ab. Er wurde am 19. 1. 44 im Zusammenhang mit der Zerschlagung des Solf-Kreises verhaftet und, obwohl ohne Anteil an den Staatsstreich-Plänen des 20. 7. 44, vom Volksgerichtshof zum Tod verurteilt.