Hendaye

    Aus Lexikon Drittes Reich

    französisches Seebad an der spanischen Grenze mit 5 660 Einwohnern (1930). In Hendaye kam es am 23. 10. 40 zum Treffen Hitlers und Ribbentrops mit dem spanischen Staatschef Franco und seinem Außenminister R. Serrano Suñer. Aus dem Dilemma heraus, nach der Niederlage in der Luftschlacht um England und der Verschiebung der Landung (Unternehmen "Seelöwe") kaum noch eine Möglichkeit zur direkten militärischen Niederringung von Großbritannien zu sehen, befasste sich Hitler im Herbst 40 vor seinem endgültigen Angriffsentschluss gegen die Sowjetunion (18. 12. 40 Weisung für "Barbarossa") zeitweilig, besonders auf Anraten Ribbentrops und der Marineführung, mit einer indirekten "Strategie der Peripherie" gegen das Inselreich: In ihr war Franco-Spanien die zentrale Aufgabe zugedacht, nach Eintritt in den Krieg durch die Besetzung Gibraltars zusammen mit deutschen Truppen ("Unternehmen Felix"), die für Januar 41 vorgesehen war, das westliche Mittelmeer zu sperren und damit Großbritannien von seinen wichtigen Überseeverbindungen abzuschneiden. Da es Hitler jedoch vermied, konkrete Zusagen über die spanischen Kolonialforderungen in Nordwestafrika gegenüber Frankreich (Ausdehnung Spanisch Marokkos) zu machen und v. a. das Kriegsglück inzwischen nicht mehr so offenkundig an Hitlers Seite war, lehnte Franco nach einigen Wochen einer ausweichenden Hinhaltetaktik im Dezember 40 den Kriegseintritt an der Seite Deutschlands endgültig ab.