Herbert von Karajan

    Aus Lexikon Drittes Reich

    österreichischer Dirigent

    geboren: 5. April 1908 in Salzburg gestorben: 16. Juli 1989 in Anif bei Salzburg


    1927-34 Stadttheater Ulm; 27-jährig jüngster deutscher Generalmusikdirektor in Aachen 1935-41; 1938 auch Dirigent der Berliner Staatsoper; 20. 4. 39 Ernennung zum Staatskapellmeister, Beginn der Konkurrenz zu Furtwängler. 1949 wurde Karajan Leiter der Gesellschaft der Musikfreunde Wien, nach dem Tod Furtwänglers 1954 Dirigent der Berliner Philharmoniker (auf Lebenszeit), 1954 Direktor der Wiener Staatsoper; begehrter Festspieldirigent, zahllose Konzertreisen und Platteneinspielungen. Den politischen Verhältnissen im Dritten Reich passte sich Karajan mit Blick auf seine musikalische Arbeit und Karriere an: Am 1. 5. 33 wurde er NSDAP-Mitglied in Österreich, errang nach dem Wechsel ins Deutsche Reich rasch wichtige Positionen und ließ sich von der nationalsozialistischen Kulturpropaganda einspannen, z. B. als Vertreter der offiziellen deutschen Musikkultur bei vielen Auslandsaufführungen. Seine späteren Erklärungen über die Motive dafür oder über den angeblichen Parteiaustritt 1942 sind vielfach angezweifelt worden. Im Entnazifizierungsverfahren erreichte Karajan Ende 1945 einen Freispruch und konnte bereits am 12. 1. 46 wieder sein erstes Konzert mit den Wiener Philharmonikern geben.