Hermann Esser

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 29. Juli 1900 gestorben: 7. Februar 1981


    im Ersten Weltkrieg Kriegsfreiwilliger, dann zunächst sozialdemokratischer Journalist, Oktober 19 Einritt in die Deutsche Arbeiterpartei (Mitgliedsbuch Nr. 2). Esser wurde 1919 Schriftleiter des "Völkischen Beobachters" unter Eckart, trat als Redner bei Parteiversammlungen auf und wurde 1923 Propagandaleiter der NSDAP. Esser war ein berüchtigter antisemitischer Hetzredner, der mit zweideutigen "Enthüllungen" und primitiven Verleumdungen an die niedrigsten Instinkte appellierte; sein Parteigenosse Otto Strasser bezeichnete ihn als "Demagogen übelster Sorte". Seit 1932 Abgeordneter des Bayerischen Landtags, wurde Esser 1933 MdR und 2. Vizepräsident des Reichstags, im gleichen Jahr bayerischer Wirtschaftsminister. Durch seine intriganten politischen Methoden und sein skandalumwittertes Privatleben belastet, geriet er zunehmend ins politische Abseits, 1935 wurde er als Leiter der Fremdenverkehrsabteilung ins Propagandaministerium abgeschoben und trat, nachdem er 1939 die Hetzschrift "Die jüdische Weltpest" veröffentlicht hatte, kaum noch in Erscheinung. Daher wurde er nach zweijähriger amerikanischer Gefangenschaft 1947 entlassen und erst 1949 von einer deutschen Entnazifizierungskammer als Hauptschuldiger eingestuft und zu fünf Jahren Arbeitslager verurteilt, jedoch bereits 1952 wieder entlassen.