Hermann Müller

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 18. Mai 1876 in Mannheim gestorben: 20. März 1931 in Berlin


    kaufmännische Lehre, 1899-1906 Redakteur der sozialdemokratischen "Görlitzer Volkszeitung", SPD-Beitritt. 1906 kam Müller in den Parteivorstand und war 1916-18 und 1920-31 Mitglied des Reichstags, 1920-28 als Fraktionsvorsitzender. Als Außenminister im Kabinett Bauer unterzeichnete er den Versailler Vertrag und war damit für die Rechtsparteien als Handlanger der Erfüllungspolitik abgestempelt. Gestützt auf die Weimarer Koalition, die aber bald die Mehrheit verlor, war Müller von März-Juni 20 selbst Reichskanzler und wurde 1928 erneut Regierungschef. Seine mit 21 Monaten für Weimarer Verhältnisse lange Regierungszeit stand unter dem Zeichen der beginnenden Weltwirtschaftskrise und der politischen Radikalisierung. Die von Müller geführte Große Koalition zerbrach am 27. 3. 30 an der Frage der Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Fortan gab es keine Regierung mehr mit parlamentarischer Mehrheit. Es folgten die Präsidialkabinette, die der Diktatur Hitlers den Weg ebneten.