Hermann Stehr

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller

    geboren: 16. Februar 1864 in Habelschwerdt, Schlesien gestorben: 11. September 1940 in Oberschreiberhau, Niederschlesien


    Stehr schrieb seine unter dem Einfluss überlieferter schlesischer Mystik stehenden Hauptwerke in den Jahren vor 1933, seine Neigung zur Innerlichkeit machte ihn zum "Lieblingsautor des deutschen Spießers" (E. Loewy). Die Nationalsozialisten schätzten seine antidemokratische Mystifizierung von Mensch und Boden als "völkische Erdverbundenheit", zeichneten den "größten lebenden deutschen Dichter" (Johst) u. a. mit Goethepreis, Adlerschild, Ehrendoktorwürde aus. Die Bücher von Stehr, der in den späten 30er Jahren in öffentlichen Reden die Auffassung vertrat, dass "Deutschtum ... und ... Volk sich nur ... als Gefolgschaft des Führers ... erfüllen und erhalten" könnten, fanden auch nach 1945 in der Bundesrepublik zahlreiche Leser, die zur Pflege seines Andenkens eine Hermann-Stehr-Gesellschaft ins Leben riefen.