Herschel Grynszpan

    Aus Lexikon Drittes Reich

    polnischer Attentäter

    geboren: 28. März 1921 in Hannover gestorben: vermutlich 1943 in Berlin


    Vor antisemitischen Ausschreitungen in Polen war die Familie Grynszpan 1911 nach Deutschland ausgewichen. Dort holte sie der Nationalsozialismus ein. Der junge Grynszpan ging 1936 zu Verwandten nach Paris, wo ihn die Nachricht über die Abschiebung ehemals polnischer Juden - darunter seine Familie - aus Deutschland nach Polen erreichte. Aus Rache wollte Grynszpan daraufhin den deutschen Botschafter ermorden, erschoss aber am 7. 11. 38 den Legationssekretär Ernst vom Rath. Die Nationalsozialisten nutzten den Anschlag als Vorwand für den Pogrom der Kristallnacht. Grynszpan wurde 1940 an Deutschland ausgeliefert und im KZ Sachsenhausen, dann in Berlin-Moabit inhaftiert. Er überlebte, weil die Nationalsozialisten bis zum Schluss einen Schauprozess gegen ihn planten zum Beweis der These von der Kriegsschuld des "Weltjudentums".