Herzogenbusch

    Aus Lexikon Drittes Reich

    ('s-Hertogenbosch oder Vught), nationalsozialistisches KZ, eröffnet am 5. 1. 43. Die ersten Insassen waren deutsche kriminelle Häftlinge (BV'er = Berufsverbrecher), die als Kapos und Funktionshäftlinge eingesetzt wurden. Im Januar 43 erreichte ein erster Transport niederländischer Häftlinge Herzogenbusch, im Mai 43 folgten weibliche niederländische Häftlinge, die gesondert untergebracht wurden und das Frauen-KZ (FKL) Vught bildeten. Im Januar 43 brachte ein Judentransport aus Amsterdam so genannte "Ziviljuden", die im "Judenauffanglager", später "Judendurchgangslager" (JDL) untergebracht wurden. Vom JDL gingen einige Transporte nach Polen: u. a. im Mai 43 jüdische Kinder, die fast ausnahmslos mit ihren Eltern (insgesamt ca. 3 000 Personen) ins Vernichtungslager Sobibór verbracht wurden. Weitere Judentransporte nach Auschwitz folgten im November 43 und Juni 44 (letzter Transport).

    Im "Studentenlager" von Herzogenbusch waren oppositionelle Studenten inhaftiert, das "politische Durchgangslager" wurde im August 43 für politische Untersuchungsgefangene aus niederländischen Gefängnissen und Haftanstalten eingerichtet, im "Geisellager" waren Personen untergebracht, die als Repressalie bei Sabotageakten oder als Familienangehörige ("Familien-Geiseln") von flüchtigen Angehörigen verhaftet worden waren (meist Frauen und Kinder). Insgesamt waren in Herzogenbusch ca. 29 500 Häftlinge der verschiedenen Kategorien inhaftiert.


    Ein Teil der Häftlinge arbeitete bei der Elektrofirma Philips und in dem Textilbetrieb Escotex. Die Lebensbedingungen waren in den einzelnen Abteilungen des Lagers sehr unterschiedlich, im Durchschnitt aber schlecht. Einige hundert Menschen kamen in Herzogenbusch durch Exekutionen und auch Misshandlungen ums Leben. Beim Vorrücken der alliierten Truppen in Südholland im September 44 wurden die Häftlinge mit der Eisenbahn evakuiert. Die Männer kamen meist nach Sachsenhausen, die Frauen ins Frauen-KZ Ravensbrück.