Hinzert

    Aus Lexikon Drittes Reich

    SS-Sonderlager bei Hermeskeil (Hunsrück), ursprünglich im September 39 als so genannte Arbeits- und Erziehungslager für deutsche Arbeitsscheue (Arbeitsverweigerer der Organisation Todt) u. a. eingerichtet. Am 1. 7. 40 wurde Hinzert mit dem ihm angeschlossenen Polizeihaftlager dem Inspekteur der KZ unterstellt und die Wachmannschaft in die SS-Totenkopfverbände übernommen. Nach einer zeitweisen Unterstellung unter die Staatspolizeistelle Luxemburg-Trier (1942) wurde Hinzert schließlich im Januar 45 Außenkommando des KZ Buchenwald. Im Krieg kamen polnische und russische "Arbeitsverweigerer", "eindeutschungsfähige" polnische Zivilarbeiter, deutsche Fremdenlegionäre, Belgier, Holländer, Luxemburger, Italiener und französische NN-Häftlinge ins Lager, in dem durchschnittlich 600-800 Häftlinge in verschiedenen Abteilungen (Schutzhaftlager, Arbeitserziehungslager etc.) untergebracht waren.

    Die Lagerinsassen arbeiteten im Straßenbau, beim Bau des Westwalls, im Wald, auf Flugplätzen und in Fabriken. Auch in Hinzert kam es zu Tötungen von Häftlingen durch brutale Misshandlungen, Erschießungen und "Abspritzen" kranker, arbeitsunfähiger Häftlinge durch tödliche Giftinjektionen. Beim Heranrücken der alliierten Truppen wurde das Lager am 3. 3. 45 evakuiert.