Hitler-Prozess

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Strafprozess vor dem Münchener Volksgericht vom 24. 2.-1. 4. 24 gegen zehn führende Teilnehmer des Hitlerputsches: Hitler, Ludendorff, Röhm, Frick, Pöhner, Kriebel, F. Weber, R. Wagner, Brückner und Pernet; die Anklage lautete auf Hochverrat. Nach dem zu Gunsten der Angeklagten parteilichen Gerichtsverfahren (sie hatten reichlich Gelegenheit zu heftigen Angriffen gegen die Weimarer Republik, man billigte ihnen ehrenhafte Motive zu) wurden Hitler, Pöhner, Kriebel und Weber zur gesetzlichen Mindeststrafe von fünf Jahren Festungshaft (mit Aussicht auf baldige Strafaussetzung zur Bewährung) verurteilt, Röhm, Frick, Wagner, Brückner und Pernet zu 15 Monaten Festungshaft mit Bewährung. Ludendorff wurde unter Würdigung seiner Verdienste als Feldherr im Ersten Weltkrieg freigesprochen. Das Urteil gegen Hitler, der damals noch österreichischer Staatsbürger war, verstieß gegen § 9, Abs. 2 des Republikschutzgesetzes, der die Ausweisung eines wegen Hochverrats verurteilten Ausländers aus dem Deutschen Reich vorschrieb. Nach rund einjähriger Haft in der Festung Landsberg am Lech wurde Hitler am 20. 12. 24 entlassen.