Hitlerputsch

    Aus Lexikon Drittes Reich

    am 8./9. 11. 23 von Hitler und Ludendorff angeführter Umsturzversuch in München gegen die bayerische Landesregierung und die deutsche Reichsregierung. Träger des Hitlerputsches war der Deutsche Kampfbund, sein Ziel die Errichtung einer "nationalen" Rechtsdiktatur in Deutschland. Verlauf: Am Abend des 8. 11. rief Hitler auf einer Versammlung der "nationalen" Verbände im Münchener Bürgerbräukeller die "Nationale Revolution" aus, erklärte die bayerische Regierung, die Reichsregierung und Reichspräsident Ebert für abgesetzt und sich selber zum "Leiter" der deutschen Politik, rief zum Marsch nach Berlin auf und ließ den bayerischen Ministerpräsidenten E. von Knilling, die bei der Versammlung anwesenden bayerischen Minister und den Münchener Polizeipräsidenten festnehmen. Die ebenfalls anwesenden von Kahr (seit 26. 9. als Generalstaatskommissar Leiter der vollziehenden Gewalt in Bayern), General O. von Lossow (Wehrkriegskommissar der Reichswehr in Bayern) und Oberst H. von Seisser (Chef der bayerischen Landespolizei) sagten unter dem Druck Ludendorffs und Hitlers zu, den Putsch zu unterstützen. Doch widerriefen Kahr und Lossow, nachdem sie die Versammlung verlassen hatten, ihre Zusagen; Kahr verbot die NSDAP und den Deutschen Kampfbund und verlegte die bayerische Regierung nach Regensburg. Die bayerische Polizei und die Reichswehr schlugen den Hitler-Putsch daraufhin nieder; die Reichsregierung unter Stresemann, die den Putsch für Hoch- und Landesverrat erklärte und General von Seeckt die vollziehende Gewalt im Reich übertrug, brauchte nicht einzugreifen. Ein von Ludendorff angeregter Zug der Putschisten durch die Münchener Innenstadt zur Feldherrnhalle am 9. 11. wurde von der bayerischen Polizei mit Waffengewalt aufgelöst; drei Polizisten und 16 Putschisten kamen dabei ums Leben, viele (darunter Göring) wurden schwer verletzt. Ein Teil der Führer des Hitlerputsches (darunter Ludendorff) ließen sich verhaften, ein anderer Teil ergriff die Flucht, so auch der leicht verletzte Hitler; im Landhaus von E. Hanfstaengl in Uffing am Staffelsee wurde er am 11. 11. verhaftet. Die Führer des Hitlerputsches wurden des Hochverrats angeklagt und verurteilt (Hitler-Prozess). Die nationalsozialistischen Opfer des Hitlerputsches stilisierte die Propaganda später zu "Blutzeugen der Bewegung", der Jahrestag wurde im Dritten Reich feierlich begangen.