Hohe Schule der NSDAP

    Aus Lexikon Drittes Reich

    eine Forschungs- und Lehrstätte zum Ausbau der nationalsozialistischen Weltanschauung mit totalitärem Anspruch, die Rosenberg seit 1936 einzurichten beabsichtigte. Ley dagegen sprach 1937 von einem "Erziehungsweg bei der nationalsozialistischen Führerauslese" über die Adolf-Hitler-Schulen und Ordensburgen zur Hohen Schule der NSDAP hin. Das Modell eines Baus am Chiemsee suggerierte eine vorliegende Konzeption für eine Partei-Hochschule mit Ausbildungsaufgaben für die Lehrkräfte in den Schulungsstätten. Anders die Vorstellung von Rosenberg: Ein Brain-Trust sollte die Weltanschauungspolitik in Partei und Staat wissenschaftlich untermauern, insbesondere einen "möglichen Kirchenkampf" vorbereiten und der Forschung die gewünschte Richtung geben.

    Erst 1940 genehmigte das zuständige Reichsministerium die Errichtung von "Außenstellen" der Hohen Schule der NSDAP, vornehmlich in Universitätsstädten, ausgestattet mit Büchern aus beschlagnahmten Bibliotheken. Einige Universitäten überließen Institutsleitern auch Professurstellen: für Religionswissenschaft in Halle, für Indogermanische Geistesgeschichte in München, für das Obersee-Institut in Hamburg. Angesichts unklarer Kompetenzabgrenzungen ("Deutsche Volkskunde" in Graz, "Nationalsozialistische Volkspflege" in Marburg), der konkurrierenden SS-Institution Ahnenerbe und der Errichtung einer Zentralbibliothek in St. Andrä bei Villach kann von einer erfolgreichen Koordination durch A. Baeumler nicht die Rede sein. Von einer "Alternativ-Universität" (Bollmus) war man noch weit entfernt.